Junglück – mit diesem Start-up revolutioniert Benedikt Klarmann die Kosmetikbranche

19. November 2019
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Die junge Kosmetikmarke „Junglück“ aus München geht das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich an: von den Inhaltsstoffen über die Verpackung bis zu sozialer Verantwortung und nachhaltigem Engagement. Dahinter steckt Benedikt Klarmann, 32, der von seiner Familie zur Gründung inspiriert wurde. Mit seinem konsequenten Einsatz für Nachhaltigkeit und Transparenz geht „Junglück“ neue Wege in der Kosmetikindustrie. Kürzlich wurde das Start-up bei den „Amazon Verkaufspartner Awards“ als „Verkaufspartner des Jahres“ nominiert. Noch bis zum 24. November können Amazon-Kunden für ihre Favoriten abstimmen. Wir sprechen mit Benedikt darüber, was „Junglück“ so innovativ macht, warum er ganz auf Glasverpackungen setzt und wieso er Amazon als Partner für junge Unternehmen empfiehlt.

homtastics: Deine Freundin, Schwester und Mutter haben Dich zur Gründung von “Junglück” inspiriert. Wie genau lief das ab?

Benedikt Klarmann: Ich bin über Umwege in den Kosmetikmarkt gelangt. Meine Mutter und meine Freundin haben sich immer sehr angeregt über Kosmetikmarken ausgetauscht. Also habe ich sie gefragt, wie aus ihrer Sicht die ideale Kosmetik aussehen sollte. Da kamen sehr viele interessante Sachen hervor und daraus ist die Idee zu „Junglück“ entstanden. Wichtig dabei ist der ganzheitliche Ansatz: das fängt bei der Verpackung an und hört bei den Inhaltsstoffen auf. Wir wollen im Kosmetikmarkt ein Umdenken anregen, denn es fehlt an Transparenz und Wissen beim Verbraucher. Das ist unsere Vision und unser Auftrag: einen Beitrag zu mehr Transparenz zu leisten und Bewusstsein zu schaffen, dass es bei der Kosmetik gute und schlechte Produkte beziehungsweise Inhaltsstoffe gibt. Ich ziehe gerne den Vergleich zum Lebensmittelbereich, da gibt es deutlich mehr Wissen, was gute und was schlechte Lebensmittel betrifft.

Wir wollen im Kosmetikmarkt ein Umdenken anregen, denn es fehlt an Transparenz und Wissen beim Verbraucher.

Welches Bedürfnis bzw. welche Marktlücke hast du erkannt?

Zum einen der klare Fokus auf die Inhaltsstoffe: Welche Inhaltsstoffe müssen hinein, welche sind gut für die Haut und zusätzlich gut für die Umwelt? Das war der Kernansatz. Und darüber aufzuklären, warum etwas überhaupt im Produkt ist. Keine Marke macht das konsequent. Auch Naturkosmetikmarken, die sich Inhaltsstoffe auf die Fahnen schreiben, verwenden oftmals viele Duftstoffe. Manche Produkte riechen so extrem, dass ich mich frage, wie viel Natürlichkeit da noch drin ist? Gerade Duftstoffe sind oft Auslöser von Allergien, die haben in einer guten Pflege nichts verloren. Die können in ein Parfum hinein, aber nicht in eine Creme.
Das andere Thema ist die Verpackung. Unser Ansatz ist, so wenig Plastik wie möglich einzusetzen. So sind wir konsequenterweise auf Glas gekommen. Das hat uns vor große Herausforderungen gestellt, weil die Verwendung in der Branche überhaupt nicht üblich ist. Es war schwierig, Glasverpackungen für Kosmetik zu bekommen und sie dann auch noch abfüllen zu lassen. Es war uns wichtig, auf Etiketten zu verzichten. Wir bedrucken die Behältnisse direkt und verwenden Faltschachteln, die innen bedruckt sind mit den Informationen, die sonst auf dem Beipackzettel zu finden sind.

Ihr habt auch ein Recycling-System eingeführt, richtig?

Ja, wir haben weitergedacht und bauen gerade ein Mehrwegsystem auf, denn letztlich ist Einwegglas nicht so optimal als wenn es mehrfach befüllt wird. Diese Lücke wollen wir noch schließen, das ist gerade mein großes Projekt. Es gibt keine Maschine auf dem Markt, die diese kleinen Flaschen reinigen kann. Solche gibt es bislang nur für große Flaschen in der Getränkeindustrie, aber nicht für das kleine Format, welches wir verwenden. Ich arbeite mit einem Maschinenbauer daran, eine Maschine zu entwickeln, die es uns ermöglicht, diese kleinen Flaschen zu reinigen.

 

Unser Ansatz ist, so wenig Plastik wie möglich einzusetzen. So sind wir konsequenterweise auf Glas gekommen. Das hat uns vor große Herausforderungen gestellt, weil die Verwendung in der Branche überhaupt nicht üblich ist.

Ihr beschreitet ganz neue Wege?

Genau, das macht mir total viel Spaß: „Es gibt keine Maschine? Dann schauen wir doch mal, dass wir eine kriegen!“ Das ist ein mühsamer Weg, aber am Ende ist genau das gelebte Nachhaltigkeit, wenn man den Kreislauf schließt.

Absolut, vor allem erst einmal einen Kreislauf zu schaffen, um ihn dann zu schließen. Manche Unternehmen argumentieren, dass Glas für den Transport mehr CO2 verbraucht als Plastik. Wie steht ihr dazu? Warum seid ihr dafür, so wenig Plastik wie möglich zu verwenden?

Es gibt viele Gründe. Ein Grund, unabhängig von unserem Mehrwegsystem, ist, dass Plastik negative Auswirkungen auf das Produkt hat, Stichwort Mikroplastik. Außerdem liegt die Recyclingquote von Plastik in Deutschland bei 33 % und nur die Hälfte gelangt überhaupt in das Recycling-System. Wenn man das wieder runter rechnet, ist der Prozentsatz noch geringer. Ein gutes Plastik-Recycling-System würde dann funktionieren, wenn man sortenreinen Kunststoff hätte. Das Problem ist, Kunststoffe gibt es in hunderttausend Formen und Farben, das ist wahnsinnig schwierig zu sortieren.

Der Großteil, was man eben am Prozentwert sieht, landet in der Verbrennung, oder schöner ausgedrückt in der thermischen Verwertung. Das ist keine Lösung. Beim Einwegglas hat man den schönen Effekt, dass es zu 100% recyclingfähig ist, es landet im Container, wird eingeschmolzen und eins zu eins eine neue Flasche. Beim Recycling von Kunststoffen ist es so, dass es immer nur ein minderwertigeres Produkt wird und irgendwann aufgebraucht ist, es kann nichts mehr draus entstehen. Der einzige Nachteil beim Einwegglas ist das CO2-Thema, aber es gibt immer mehr Glashütten, die darüber nachdenken, klimaneutral Energie zu beziehen. Wenn man tatsächlich in ein Mehrwegsystem übergeht, so wie wir es wollen, ist auch die CO2-Bilanz positiv. Es kommt ein bisschen auf die Distanzen an, aber wenn man die Flaschen 8 bis 15 mal wiederbefüllt – ein Wert aus der Getränkeindustrie – dann ist die CO2-Bilanz der Glasflasche positiv. Da wollen wir hin. Es gibt für Glas auch noch viele weitere Argumente abseits vom Mehrwegsystem.

Das klingt einleuchtend.

Ich habe mich damit sehr intensiv befasst, denn Glas nur zu nutzen, weil es irgendwie schön ist, war mir nicht genug. Wir wollen einen echten Mehrwert schaffen. Oder anders gesagt: Glas nicht nur deshalb nutzen, weil man sich dann „kein Plastik“ auf die Fahnen schreiben kann.

Lass uns über das Thema Inhaltsstoffe sprechen. Warum braucht gute Kosmetik gar nicht viele Inhaltsstoffe?

Da ziehe ich gerne wieder den Vergleich zu guten Lebensmitteln. Die besten Produkte haben möglichst wenige Inhaltsstoffe. So ist es bei der Kosmetik auch. Um die Eigenschaften einer Creme herzustellen, braucht man mehr Inhaltsstoffe, um die Konsistenz nachzubilden. Aber bei unserem Aloe Vera Gel beispielsweise ist nur Aloe Vera drin und ein natürliches Konservierungsmittel, damit der Saft in der Flasche nicht nach drei Tagen umkippt. Also zwei Inhaltsstoffe: 96% Prozent Aloe Vera und der Rest, um das Produkt über eine längere Zeit stabil zu halten.

Wir gehen immer so heran: Was soll der Effekt auf der Haut sein? Was brauchen wir dazu? Und nicht, wie es vielleicht andere machen: Was ist am kostengünstigsten auf dem Rohstoffmarkt, was hält am längsten in der Flasche, wo haben wir kein Problem mit Haltbarkeiten? Wir gehen von der Pflegewirkung und der Umweltverträglichkeit aus, und das Ergebnis ist dann, dass es nicht so viele Inhaltsstoffe braucht.

Wir gehen von der Pflegewirkung und der Umweltverträglichkeit aus, und das Ergebnis ist dann, dass es nicht so viele Inhaltsstoffe braucht.

 

Ihr geht das Thema sehr konsequent an. Leidet die Wirkung von Kosmetik nicht darunter, wenn man weniger Inhaltsstoffe nutzt?

Mehr ist nicht automatisch besser. Wenn man beispielsweise eine zu hohe Konzentration Retinol auf die Haut aufträgt, ist es für den Organismus einfach nicht gut. Da muss man sehr vorsichtig dosieren, nur dann hat es auch eine gute Wirkung. Wie bei vielen Dingen im Leben gilt: Wenn man zu viel macht, ist es oft nicht gut. Gerade beim Retinol müssen wir relativ viel Aufklärungsarbeit leisten, damit ein Verständnis dafür entsteht, dass auch eine niedrige Konzentration wirkt und den Effekt hat, den man haben will.

Eure Produkte sind unisex. Ist geschlechtsspezifische Kosmetik also nur Marketing von anderen Brands?

In weiten Teilen ja. Es gibt Anwendungsgebiete, wo eine spezielle Kosmetik sinnvoll ist, aber im Großen und Ganzen ist das reines Marketing. Was es plastisch schön veranschaulicht, ist das Beispiel Rasierklingen: Wenn man Rasierklingen für Frauen und für Männer vergleicht, wird man schnell merken, dass es große Preisunterschiede gibt, obwohl es genau das gleiche Produkt ist – nur ist das eine pink und das andere blau. Die Zahlungsbereitschaft von Frauen ist höher als von Männern, deswegen bepreist und nennt die Industrie die Produkte unterschiedlich. Unsere Produkte sind unisex. Wir versuchen auch in der Kommunikation kein Geschlecht zu bevorzugen. Unterm Strich sind der Großteil unserer Kunden Frauen, das liegt daran, dass das Interesse, was Kosmetik angeht, bei Frauen einfach größer ist. Aber wir sind immer wieder erstaunt, welche langen E-Mails von Männern wir bekommen, die begeistert über die Produkte sprechen und Fragen zur Anwendung haben. Wir haben einen sehr treuen Kundenstamm unter den Männern.

Ihr seid für die „Amazon Verkaufspartner Awards“ nominiert – herzlichen Glückwunsch dazu! Welche Rolle spielt Amazon als Partner?

Wir haben auf Amazon mit unserem Vertrieb begonnen, aus ganz simplen Gründen: Viele der Produktsuchen im Internet finden auf Amazon statt, also findet man dort einen relevanten Teil der Onlinekäufer. Amazon bietet zum Start angenehme Bedingungen, sie übernehmen relativ viel für den Produzenten: Man muss sich um das Thema Logistik nicht kümmern, in weiten Teilen nicht um das Thema Kundenservice und überhaupt werden viele Dinge abgenommen, die einen gerade am Anfang vor Herausforderungen stellen. Und man kann relativ schnell relativ viele Leute erreichen.

Amazon übernimmt unter anderem also den Versand an die Endkunden?

Genau. Wir schicken eine Palette Ware zu Amazon und Amazon verschickt sie weiter an die einzelnen Kunden.

Würdest du Amazon generell als Partner für Start-ups empfehlen?

Zum Start ist es sicherlich hilfreich, jedenfalls war es so bei uns. Das ganze Thema Logistik oder auch Checkout Payment, was sonst im eigenen Webshop anfallen würde, nimmt Amazon einem ab.

Ihr seid mit einem überschaubaren und bewusst reduzierten Produktsortiment gestartet, habt euch in der letzten Zeit aber gut entwickelt. Welche Produkte sind bei euch in der letzten Zeit dazu gekommen?

Angefangen haben wir mit einem Aloe Vera Gel, unser erstes Produkt und ein Kernbestandteil der meisten Produkte. Unsere Produkte basieren alle soweit es möglich ist auf Aloe Vera. Nur beim Peeling geht es technisch nicht, die Säure würde die Aloe Vera herauslösen und das Produkt würde krisselig werden. Wir haben dann sukzessive die Palette weiter ausgebaut, mit dem Gesicht angefangen und eine Tagescreme, eine Nachtcreme, ein Vitamin C Serum und ein Hyaluronkonzentrat entwickelt. Ab Dezember ist unser Sortiment auf den ganzen Körper ausgeweitet mit Duschgel, Shampoo, Handcreme und -seife und einem Deodorant. Mit unseren 24 Produkten haben wir dann ein komplettes Rundumpaket für die Körperpflege, im Zweifel müsste der Kunde keine anderen Produkte dazu kaufen. Wenn man „Junglück“ super findet, kann man sich von Kopf bis Fuß eindecken.

Und wie sieht es hinter den Kulissen aus? Seid ihr personell und logistisch auch gewachsen?

Ja, in allen Bereichen gibt es einen Wachstumsschub. Ich habe am Anfang noch sehr viel allein mit einer Freundin gemacht, das ist über die Zeit gewachsen und mittlerweile sind wir zwölf Leute. Aktuell arbeiten wir noch in einem Coworking Space, nächsten Monat ziehen wir auf eine eigene Loftfläche, die wir schön einrichten. Wir wollen viel Content produzieren, sowohl für Instagram als auch für YouTube, um noch mehr Transparenz und Gesicht zu zeigen. Außerdem wollen wir Podcasts produzieren und all die Dinge, die wir jetzt schon in Teilen machen, weiter ausbauen.

Wo du es gerade ansprichst: Ihr habt auch einen eigenen Podcast sowie einen Wegweiser durch die Welt der Kosmetika als Buch herausgebracht. Wie kam es dazu?

Das Buch war eigentlich von Beginn an da, weil es uns von Anfang an wichtig war, diese Hilfe zu geben. Zu verstehen, was gute Kosmetik ist, was gute Inhaltsstoffe ausmacht. Das ist ja unsere Vision, dass wir ein Umdenken im Markt anregen wollen. Das Buch ist ein Baustein davon. Ein zweiter Baustein ist der Podcast, und es sollen noch mehr werden, um mehr zu sein als irgendeine Kosmetikmarke, die einfach nur Cremes herstellt.

Woher kommt eigentlich der Name „Junglück“?

Wir hatten uns überlegt, wofür wir stehen wollen, haben uns Begriffe überlegt, die wir mit der Marke verbinden und angefangen, Wörter zusammenzubauen. So ist „Junglück“ entstanden. Je länger ich mit dem Namen arbeite, desto besser gefällt er mir. Er drückt aus, wofür wir stehen wollen: für ein glückliches, jugendliches Leben. Außerdem wollen wir uns nicht auf Kosmetik reduzieren lassen, deswegen kommt im Namen „Kosmetik“ bewusst nicht vor. Wir wollen eher für ein Lebensgefühl stehen und versuchen immer, positiv in unserer Kommunikation zu sein und nicht mit negativen Themen zu arbeiten.

War es immer dein Wunsch, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Ich bin schon immer Unternehmer, somit lag es nahe. Aus meinen früheren Erfahrungen war es mir wichtig, jetzt etwas zu machen, bei dem es nicht nur darum geht, günstig einzukaufen und teuer weiterzuverkaufen. Ich bin sehr happy, ein Produkt zu haben, hinter dem ich zu 100% stehen kann. Die Kunden kaufen es nicht, weil es so günstig ist, sondern weil sie die Philosophie teilen und das, wofür die Marke steht. Dafür zu arbeiten, empfinde ich jeden Tag als super positiv.

Vielen Dank für das Gespräch, Benedikt, und weiterhin viel Erfolg!

 

 

Hier findet ihr „Junglück“:

 

Layout: Kaja Paradiek

– Werbung: Diese Story entstand in Zusammenarbeit mit Amazon –

1 Kommentar

  • Sonnenschein sagt:

    Wäre dem Unternehmen junglück soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit so wichtig, würde es nicht Amazon für seine Vertriebswege nutzen, sondern die bisherigen über Apotheke oder eigenem online-shop, bei dem die Transportwege eigenverantwortlich gestaltet werden können und nicht auf das Ausbeuter-unternehmen Amazon zurückgegriffen wird und damit die vielen Mini-jobs und schlechten Jobbedingungen stützt. Ebenso macht das Unternehmen um seine Rohstoffgewinnung genauso ein Geheimnis wie die Herstellung seiner Produkte. Transparenz lediglich in großen Worthülsen.
    Armutszeutnis und mehr Geld interessiert.

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